Nach dem Austritt aus der Evangelischen Kirche

Als Gemeinschaftsleiter von Oberseiffenbach berief ich eine Versammlung und lud die Seiffener Gemeinschaft, den Pockauer Bezirk und den Landesvorsitz Chemnitz ein. Ich legte meine Entwicklung, das Erlebte und meine Entscheidung dar. Ich war immer noch großer Hoffnung, denn die Sache unserer Gemeinschaftsväter musste doch in aller Interesse sein.

Was dann begann, war der größte Horror.

Niemand wollte bzw. konnte mich mit dem Anliegen unserer Gemeinschaftssache verstehen. Günter F. sagte zu mir, ich habe den Geist von unten. Das bedeutet eindeutig, den Geist Satans zu haben und niemand widersprach ihm. Ich war geschockt!
Es ergab sich im Laufe von vielen Jahren, das ich diese Aussage ihm wiederholte, doch es gab keine Berichtigung oder ähnliches.

In der Folgezeit wanden sich die Gemeindemitglieder der Kirche und Gemeinschaft von mir ab, besonders die Aktiven.
Unseren Pfarrer Gläßer von Seiffen suchte ich auf und begründete meinen Kirchenaustritt. Er sagte: “Die Kirche ist der Leib Christi, sie sind nicht mehr in der Kirche, somit sind sie nicht mehr am Leib Christi.“ Ich sagte, dass das nicht in meiner Lutherbibel steht. Mehr war leider nicht möglich.

Dann begannen die sogenannten Geschwister mich zu bearbeiten und das in aller Hartnäckigkeit und Ausdauer! Ich sollte von meinem falschen Weg umkehren und mich von verschiedenen Aussagen trennen. Weiterhin bedrängten sie mich und meine Frau wegen dem Grundstück, auf dass das Gemeinschaftshaus steht. Wir sollten das Grundstück abgeben. Weiterhin beendete Siegfried M. vom Verband unseren Briefwechsel und ich bekam dafür Post vom Rechtsanwalt der Landeskirchlichen Gemeinschaft. Nun steigerte sich die nervenaufreibende Situation. Die Bekämpfung war so schlimm, das meine Frau ihre 50% Grund und Boden vom Gemeinschaftshaus mir gab.
Nach etlichen Briefwechsel „drückte“ er mich so an die Wand, das ich einen Rechtsanwalt aufsuchen musste...

In diesen Jahren erfuhr ich von den Geschwistern keine brüderliche Liebe,
kein Annehmen meiner Person und kein Vertrauen zu dem lebendigen Gott,
wenn es so schien, dann war es geheuchelt.

Die Seiffener wollten mit mir nichts mehr zu tun haben und nicht mehr mit mir reden. Sie redeten lieber mit meiner Frau, auch wenn sie wussten, das sich dadurch Spannungen zwischen uns Eheleuten einschleichen konnten. Das war ja schon schlimm genug.
Da ich immer noch Hoffnung für die Gemeinschaft in Seiffen hatte, stellte ich einen Ordner mit Kopien der ganzen Briefwechsel mit der LKG Chemnitz und dem Rechtsanwalt von den ganzen Jahren zusammen und bot diesen zum Lesen an. Er wurde von verschiedenen gelesen, aber, es kam kein Echo.

Ich durfte leider kein Gemeinschaftsmitglied bleiben, doch die Gemeinschaft lag mir weiterhin am Herzen. Und so nahm ich die Einladungen von meinem Nachfolger Matthias W. an und ging mit rüber zur Gemeinschaftsstunde. Es kamen etliche Seiffener mit heraus, da kaum noch Oberseiffenbacher da waren. Die Geschwister waren freundlich, doch ich merkte schon, wie sie zu mir Abstand hielten und aufpassten, was sie sagten.
Eines Tages wurde Hilde Mett, eine ehemalige Oberseiffenbacherin Mitglied der LKG. Sie bekam Blumen und Christa Flath sagte zu ihr: „Jetzt bist du eine von uns.“ Ich stand daneben und ich merkte, wie ich dabei zurecht gewiesen wurde. Darüber redete ich mit Matthias W. und da keine Erklärung von Christa kam, ging ich nie mehr rüber zur „Stunde“.

Indem mich die Gemeinschaft ganz ablehnte und mein Grüßen kaum noch beantwortete, wurde mein Glaube an unseren Herrn Jesus immer stärker!